FTTH vs. FTTB: Der Unterschied einfach erklärt
FTTH (Fiber to the Home) und FTTB (Fiber to the Building) klingen ähnlich, beschreiben aber zwei sehr unterschiedliche Ausbaustufen. Wer die Begriffe verwechselt, verspricht im Vertrieb Bandbreiten, die das Netz technisch nicht hält.
FTTH — Glasfaser bis in die Wohnung
Bei FTTH endet die Glasfaser direkt in der Wohneinheit, oft am ONT (Optical Network Termination). Der Lichtweg ist durchgängig optisch — keine Kupferstrecke verfälscht das Signal.
Vorteile: höchste Bandbreite, symmetrischer Upload, geringste Latenz, Zukunftssicherheit (XGS-PON, 25G-PON sind ohne Tausch des Leitungsnetzes möglich).
FTTB — Glasfaser bis ins Gebäude
FTTB endet im Hausanschlussraum oder Keller. Von dort übernimmt eine Bestandsverkabelung — meist Kupfer (G.fast oder VDSL2 vectoring) oder Koax (DOCSIS 3.1) — die letzten Meter bis in die Wohnung.
Vorteile: günstiger im Bestand (kein NE4-Ausbau), schneller realisierbar bei Mehrparteienhäusern. Nachteil: Bandbreite hängt von der Bestandsverkabelung ab — typisch 250 bis 1.000 Mbit/s im Download, deutlich weniger im Upload.
Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick
- Endpunkt: FTTH = Wohnung, FTTB = Gebäude
- Bandbreite: FTTH skaliert auf >1 Gbit/s symmetrisch, FTTB hängt vom letzten Meter ab
- Latenz: FTTH typisch <5 ms, FTTB je nach Technologie 5–25 ms
- Zukunftssicherheit: FTTH ja, FTTB technologieabhängig
- Investitionsaufwand: FTTH höher (NE4 nötig), FTTB niedriger im Bestand
Wann lohnt sich was?
Im Neubau und bei größeren Sanierungen ist FTTH praktisch immer Standard — der Mehraufwand fällt im Bauablauf kaum auf, der Mehrwert bleibt 30+ Jahre nutzbar.
FTTB ist sinnvoll bei großen Wohnungsbeständen mit hoher Sanierungsbarriere, denkmalgeschützten Treppenhäusern oder kurzfristigen Bandbreiten-Engpässen, wo der NE4-Ausbau erst später erfolgen kann.