Technik

GPON-Technologie: So funktioniert das gängigste FTTH-Netz

GPON (Gigabit Passive Optical Network) ist heute die häufigste Übertragungstechnik im deutschen FTTH-Ausbau. Sie liefert symmetrisch bis 2,5 Gbit/s downstream und 1,25 Gbit/s upstream — geteilt unter bis zu 32 oder 64 Endkunden pro Faser.

Wie GPON aufgebaut ist

Vom OLT (Optical Line Terminal) im PoP/Vermittlungsstelle führt eine einzelne Faser über passive Splitter (1:32 oder 1:64) zu den ONTs in den Häusern. Die Splitter sind passiv — sie benötigen keinen Strom und sind extrem robust.

Die Bandbreite wird per TDMA (Time Division Multiple Access) auf die Endkunden verteilt. Jeder Endkunde bekommt Zeitschlitze, in denen er senden und empfangen darf.

Bandbreite und Sharing

  • Brutto: 2,488 Gbit/s downstream, 1,244 Gbit/s upstream
  • Verteilung auf bis zu 64 Endkunden pro PON-Port
  • Praktische Endkunden-Tarife: 50 Mbit/s bis 1 Gbit/s
  • Vorteil: deutlich höhere Bandbreite pro Kunde als VDSL/Kabel
  • Limit: ab 1 Gbit/s+ wird XGS-PON spürbar besser

Stärken und Grenzen

Stärke: passive Architektur ohne Strom in der Fläche, niedrige Wartungskosten, hohe Reichweite (bis 20 km ohne Verstärker), kostengünstig pro Anschluss.

Grenze: ab Tarifen jenseits 1 Gbit/s wird die Sharing-Logik knapp. Lösung: Migration auf XGS-PON, das auf demselben Faser-Netzwerk parallel läuft.

Wichtig fürs Tagesgeschäft: GPON und XGS-PON laufen auf derselben physischen Faser. Wer heute GPON baut, hat XGS-PON-Pfad ohne Tiefbau verfügbar.

Warum GPON für Auftragnehmer relevant ist

Beim Bau musst du nichts an der Faser-Auslegung anders machen — GPON-/XGS-PON-Equipment sitzt im OLT. Wichtig ist eine saubere Spleißung und korrekte Doku, damit der Carrier später ohne Mehraufwand auf XGS-PON migrieren kann.

Häufige Fragen

Antworten zu GPON-Technologie

Bekomme ich bei GPON die volle Bandbreite?
In Praxis ja. Die TDMA-Logik verteilt Bandbreite intelligent — Übersättigung tritt erst bei sehr hohen Sharing-Quoten auf, was Carrier in der Planung vermeiden.
Was passiert, wenn jemand auf demselben Splitter viel zieht?
Bei normaler Auslastung kaum spürbar. In Extremszenarien (alle 64 Anschlüsse parallel 1 Gbit/s) reicht die Brutto-Bandbreite nicht — daher der Wechsel zu XGS-PON.
Wie weit kann GPON reichen?
Standardmäßig bis 20 km zwischen OLT und ONT, abhängig von Splitter-Faktor und Verbindungsverlusten. Reicht für nahezu alle deutschen Last-Mile-Szenarien.
Brauche ich Strom an den Splittern?
Nein — die Splitter sind rein passiv (Glaskeramik-Komponenten), arbeiten ohne Stromversorgung. Genau das macht GPON wartungsarm.
Was sind die Standards von GPON?
ITU-T G.984 für klassisches GPON, G.987 für XG-PON (10 Gbit/s asymmetrisch), G.9807 für XGS-PON (10 Gbit/s symmetrisch). G.9804 definiert 25G-/50G-PON.
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