Glasfaser-Hausanschluss: Was ist das und wie läuft er ab?
Der Glasfaser-Hausanschluss ist die letzte und entscheidende Etappe im FTTH-Ausbau: das Lichtwellenleiter-Kabel wird vom öffentlichen Verteiler bis in dein Haus geführt und dort mit der Inhausverkabelung (NE4) verbunden. Ohne dieses Stück bringt dir der Tiefbau auf der Straße nichts.
Was genau ist ein Glasfaser-Hausanschluss?
Der Hausanschluss umfasst alle Leitungen und Komponenten, die deinen Wohnsitz mit dem öffentlichen Glasfasernetz verbinden. Er beginnt am Verteiler an der Straße (NVT oder Multifunktionsgehäuse), läuft durch eine Hauseinführung in den Keller und endet am Glasfaser-Abschlusspunkt (Gf-AP), häufig kombiniert mit der ONT-Box.
Im Gegensatz zu Kupfer- oder Koaxialleitungen ist Glasfaser symmetrisch — Upload und Download laufen mit gleicher Geschwindigkeit. Damit verschiebt sich die technische Limitierung weg von der Leitung in den Bereich des Endgeräts.
Welche Bauteile gehören zum Hausanschluss?
- Hauseinführungsrohr (HEK) inkl. Dichtsystem gegen Wasser und Gas
- Lichtwellenleiter-Kabel mit Schutz- und Markierungsband im Erdreich
- Glasfaser-Abschlusspunkt (Gf-AP / APL) im Hausinneren
- Optional: Patch-Verbindung zum ONT (Optical Network Termination)
- NE4-Inhausverkabelung bis zur Wohnung — bei MFH oft separat
Ablauf in vier Schritten
- Auskundung: Begehung mit dem Eigentümer, Festlegung der Hauseinführung, Foto-Doku und Unterzeichnung der Eigentümererklärung.
- Tiefbau bis zur Grundstücksgrenze: Trasse vom Verteiler bis zur Liegenschaft.
- Hauseinführung: Bohrung, Setzen der HEK, Einblasen oder Einziehen der Faser bis in den Keller.
- Aktivierung: Spleißung am Verteiler, Messung mit OTDR, Inbetriebnahme der ONT-Box.
Was kostet ein Glasfaser-Hausanschluss?
In den meisten Vorvermarktungs-Phasen ist der Hausanschluss kostenlos, sofern der Eigentümer in der Vorvermarktungs-Phase einen Vertrag abschließt. Nachträgliche Anschlüsse kosten je nach Carrier zwischen 800 € und 2.500 € — abhängig von Trassenlänge, Untergrund und Aufwand am Haus.
Eine sauber durchgeführte Auskundung ist der entscheidende Hebel: Wer die Hauseinführung in der Begehung präzise definiert, vermeidet teure Korrekturen am Bautag.
Welche Pflichten hat der Eigentümer?
Der Eigentümer muss die Hauseinführung dulden und einen Standort für den Gf-AP bereitstellen. Bei Mehrfamilienhäusern ist häufig zusätzlich eine Eigentümergemeinschafts-Entscheidung notwendig, wenn die NE4-Verkabelung mitverlegt werden soll.
Die meisten Carrier verlangen vor dem Bau eine unterschriebene Grundstückseigentümererklärung (GEE). Trassenpilot bringt diese im Rahmen der Auskundung direkt mit — meist in einem Termin.