Glasfaser-Tiefbau: Welche Verfahren wann sinnvoll sind
Glasfaserausbau im Mengen-Markt steht oder fällt mit dem richtigen Tiefbau-Verfahren. Wer immer offen gräbt, verbrennt Geld. Wer immer Microtrencht, scheitert an Untergründen.
Offener Tiefbau
Klassisch: Bagger gräbt Schlitz, Speedpipe wird verlegt, verfüllt, Pflasterung wiederhergestellt. Tiefe 60–80 cm.
Vorteile: höchste Robustheit, Standard-Wiederherstellung. Nachteile: langsam, hoher Wiederherstellungsaufwand, Verkehrssicherung aufwändig.
Trenching und Microtrenching
- Trenching: schmaler Schlitz 6–15 cm breit, 30–40 cm tief — geeignet für Asphaltflächen
- Microtrenching: 6–10 cm breit, 8–15 cm tief — für stabile Asphaltdecken
- Tempo: 200–500 m pro Tag
- Kostenvorteil: 30–50 % gegenüber offenem Tiefbau
- Limitierung: nicht in jeder Kommune zugelassen — Vorab-Klärung Pflicht
Spülbohrung (HDD)
Horizontal Directional Drilling: für Querungen unter Straßen, Bahn, Bach oder geschützten Wurzelbereichen. Kein offener Aufgrabungsschnitt.
Tempo bis 10 m pro Stunde, Kosten ab 30 €/m, je nach Untergrund auch deutlich höher.
Kabelpflug
Für Wiesen, Feldwege, Sandboden. Schwingender Pflug zieht Speedpipe in einem Arbeitsgang ins Erdreich. Tempo bis 1.500 m pro Tag, sehr günstig — aber nur abseits asphaltierter Flächen.
Wahl des Verfahrens
Faustregel: offener Tiefbau im Innerort und Wohngebieten, Trenching auf langen Asphaltstraßen wenn zugelassen, Spülbohrung für Querungen, Pflug auf langen Außerorts-Strecken.
Eine vernünftige Auskundung kombiniert mehrere Verfahren je Cluster — das macht den Unterschied zwischen 'Ausbau im Plan' und 'Ausbau über Budget'.