Glasfaser spleißen: Verfahren, Werkzeuge und Qualitätskriterien
Spleißen ist die hochpräzise Verbindung zweier Glasfaserenden mit einem Lichtbogen. Das Ergebnis: ein optischer Übergang mit unter 0,1 dB Dämpfung — Voraussetzung für stabile Gigabit-Verbindungen.
Warum Spleißen statt Stecker?
Steckverbindungen haben typische Dämpfung von 0,3 dB pro Verbindung. Bei mehreren Steckpunkten summiert sich das zu Problemen, gerade bei langen Trassen mit Splittern.
Spleiße bringen die Faserkerne durch Lichtbogenfusion auf Molekülebene zusammen. Resultat: extrem niedrige Dämpfung, hohe mechanische Festigkeit, langlebig.
Ablauf eines Lichtbogen-Spleißes
- Mantel auf 30–40 mm abisolieren, Faser reinigen.
- Faser auf 8–12 mm Strippen-Länge bringen, Schutzhülse aufschieben.
- Faser brechen mit Cleaver (90° ± 0,5°).
- Beide Enden in Spleißgerät einlegen, Lichtbogen zünden.
- Schutzhülse über Spleißstelle schieben, Heat-Shrinker verschweißen.
- Spleißprotokoll dokumentieren (Dämpfungswert, Bild).
Qualitätskriterien
- Dämpfung typisch <0,1 dB pro Spleiß (Sollwert <0,05 dB)
- Reflexion <-50 dB
- Visuelle Inspektion ohne Mikrorisse
- Mechanische Festigkeit >2 N
- Spleiß-Box ordnungsgemäß abgelegt, keine Knick-Radien <30 mm
Häufige Fehlerquellen
Verschmutzte Faser-Enden: Reinigung mit fusselfreiem Tuch und Isopropanol absolut Pflicht. Falscher Cleaver-Winkel: regelmäßiges Wechseln des Cleaver-Klingenrings (alle 1.000 Schnitte).
Falsche Faser-Position im Spleißgerät: V-Nut sauber halten, Justage nach jedem Reinigungs-Vorgang prüfen.