OTDR-Messung: So prüfst du die Qualität einer Glasfaser-Strecke
Das OTDR (Optical Time Domain Reflectometer) sendet einen Lichtimpuls in die Faser und misst die Rückstreuung an jedem Punkt. Damit lässt sich die Qualität jeder Spleißstelle und jedes Steckers beurteilen — und Fehler exakt lokalisieren.
Was misst ein OTDR?
- Streckenlänge (in Metern)
- Gesamtdämpfung (in dB)
- Position und Höhe einzelner Spleiß-Verluste
- Reflexionswerte an Steckverbindungen
- Faserbrüche und Mikrokrümmungen
Standardwerte bei FTTH-Strecken
Faser-Grunddämpfung: 0,18–0,22 dB/km (G.652D bei 1310 nm), 0,15–0,18 dB/km bei 1550 nm.
Spleiß-Verlust: <0,1 dB (Sollwert <0,05 dB). Steckverlust: <0,3 dB. Splitter (1:32): typisch 16,5 dB.
Bidirektionale Messung
Einseitige Messung kann Spleiß-Verluste durch Mode-Field-Diameter-Mismatch falsch ausweisen. Standardmäßig wird bidirektional gemessen — von beiden Enden, gemittelt.
Bei kritischen Strecken (Backbone) zusätzlich mit Loss-Test-Set zur unabhängigen Verifikation.
Übergabe-Doku
Standard im FTTH-Ausbau: OTDR-Trace pro Faser bei 1310 und 1550 nm, bidirektional, gemittelt. Plus tabellarische Auswertung mit allen Spleißpunkten.
Trassenpilot/TekEx integriert OTDR-Files automatisch in die Übergabe-ZIP — pro Adresse, Carrier-konform benannt.