RTK-GPS-Vermessung im Tiefbau: Genauigkeit auf 2 cm
Klassische GPS-Geräte liefern 3–5 m Genauigkeit. Für Trassendokumentation viel zu ungenau. RTK (Real-Time-Kinematic) bringt mit Korrekturdaten zentimetergenaue Position — Standard im modernen FTTH-Bau.
Wie RTK funktioniert
Klassisches GNSS hat Atmosphären-, Satelliten- und Empfänger-Fehler. RTK nutzt eine Referenzstation mit bekannter Position und gleichzeitiger Messung — die Differenz wird als Korrektur an den Rover funkt-übertragen.
Quellen für Korrekturdaten: SAPOS (offizieller Vermessungsdienst der Länder), Axio-Net, AscosNRW, EposNRW, oder Carrier-eigene RTK-Netze.
Genauigkeiten im Vergleich
- Standard-GPS (Smartphone): 3–10 m
- Differential-GPS (DGPS): 0,5–1 m
- Code-RTK: 30–50 cm
- Präzisions-RTK (Phase): 1–3 cm horizontal, 2–5 cm vertikal
- Static GNSS (Vermessung): mm bis 1 cm
Geräte für die Praxis
Im FTTH-Tiefbau reicht ein Single-Frequency-RTK-Empfänger (z. B. Emlid Reach RX, u-blox ZED-F9P-Boards). Profi-Geräte (Trimble R12i, Leica GS18) bieten Tilt-Kompensation und höhere Robustheit.
Anbindung: Smartphone via Bluetooth, Tablet im Field-Service. Trassenpilot nutzt RTK-Empfänger direkt aus TekEx — Position landet ohne Umweg in der Trassen-Doku.
Stolperfallen
Stadtkernen und schmale Höfe: Multipath-Effekte verschlechtern Genauigkeit. Lösung: Multifrequenz-Empfänger oder Stationswechsel.
Mobilfunkverbindung für Korrekturdaten muss stabil sein — alternativ NTRIP via lokalem Hotspot. Empfänger-Initialisierung ('FIX' statt 'FLOAT') vor jeder Doku-Sequenz prüfen.